ADAC erhöht seine Beiträge – Auch ohne Maut: 19 Millionen Autofahrer zahlen drauf

Erst die Maut und jetzt das: Deutschlands größer Automobilclub hat seine Beiträge erhöht – nicht nur Neulinge, sondern alle Mitglieder zahlen ab sofort drauf. Mit einem simplen Trick können alte Mitglieder aber neue Serviceleistungen genießen.

Der ADAC ist so etwas wie das gute Gewissen der deutschen Autofahrer. Fast 19 Millionen Menschen sind Mitglied im größten Automobilclub des Landes und vertrauen auf Pannenhilfe, Reiseschutz oder den Auslands-Rückholdienst im Krankheitsfall. Das kostet natürlich etwas – und in diesem Jahr sogar rund zehn Prozent mehr als bisher. Erstmals seit 2004 hat der ADAC seine Beiträge erhöht. So manches Mitglied dürfte davon noch gar nichts mitbekommen haben, denn die Informationen zur Beitragserhöhung erhielten die Autofahrer nicht etwa mit einem gesonderten Brief, sondern durch Ankündigungen in der Mitgliedszeitschrift. Und wie das mit Zeitungen eben so ist: Man liest sie selten ganz durch.

Fünf bis zehn Euro mehr

Die Beitragserhöhungen betreffen alle Mitgliedsformen. So steigt der Preis für die klassische Mitgliedschaft nach ADAC-Angaben von 44,50 auf 49 Euro pro Jahr, das Partnerpaket kostet jetzt 69 Euro. Die Kosten für die Plus-Mitgliedschaft mit weiteren Serviceleistungen steigen von 79,50 auf 89,50 Euro. Der Club begründet die Erhöhung unter anderem mit einer gestiegenen Zahl von Pannenhilfe-Einsätzen. Seit 2004 mussten die „Gelben Engel“ demnach zu 15 Prozent mehr Einsätzen ausrücken, zuletzt habe die Zahl der Pannenhilfen bei 4,17 Millionen gelegen.

Neben den neuen Tarifen, die sowohl Neu- als auch Bestandmitglieder betreffen, bietet der Club auch neue Mitgliedschaftsmodelle an – für Singles, Partner und Familien. Der Partnertarif gilt auch für Lebenspartner in häuslicher Gemeinschaft, der Familientarif auch für Alleinerziehende und sogenannte Patchwork-Familien. Zudem gebe es für Neumitglieder zusätzliche Serviceleistungen, teilt eine ADAC-Sprecherin mit. Dazu gehörten eine Rechtsberatung, ein Unfall-Notruf und eine Unfall-Rechtshilfe im Ausland (bei ADAC Plus-Mitgliedern). Eine komplette Übersicht aller Leistungen listet der Automobilclub auf seiner Webseite auf.

Mit einem Trick kann jeder die neuen Leistungen nutzen

Die neuen Serviceleistungen können auch alte Mitglieder nutzen – sie müssen dazu allerdings in einen der neuen Tarife wechseln. Das dürfte den meisten aber nicht schwerfallen, schließlich müssen sie die höheren Beiträge ja in jedem Fall zahlen. „Den 18,8 Millionen ADAC Mitgliedern steht es frei, ob sie eines der neuen Angebote nutzen oder ihre bestehende Mitgliedschaft zu angepassten Beiträgen ab 2014 weiterführen möchten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Club geht davon aus, dass pro Jahr rund eine Million Autofahrer ihre Mitgliedschaft umstellen werden. Das hängt der ADAC allerdings nicht an die große Glocke – je mehr Mitglieder die neuen Leistungen nutzen, desto höher dürften schließlich auch die Kosten für den Club werden.

Laut ADAC ist eine außerordentliche Kündigung wegen der Beitragserhöhung nicht möglich. Wer sich über die höheren Kosten ärgert und Alternativen sucht, findet die beim AvD, beim Auto Club Europa (ACE), beim Verein Mobil in Deutschland sowie bei Autoschutzbriefen der Versicherungsgesellschaften.(Focus Online)
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